Cuba – Havana

Ah, Havanna ... Wie soll ich dich beschreiben?
Die meisten Menschen denken, wenn sie an Kuba denken, an Zigarren, Che und Fidel, die Buena Vistas, alte amerikanische Autos …
Und sie haben Recht, genau darum geht es in Kuba und insbesondere in Havanna. Aber die Hauptstadt, dieses tropischen Juwels bietet noch so viel mehr. Heimat von über 2 Millionen Menschen, schlenderten wir durch die Vororte, aber verbrachten die meiste Zeit in der lebhaften, farbenfrohen, schwültropischen Altstadt von Havanna, Heimat von 5% der Habaneros, aber derjenige Teil der Stadt mit der meisten Atmosphäre.

Ah, Havana…  How shall I describe you?
Most people, when they think of Cuba, think of cigars, Che and Fidel, the Buena Vistas, ancient American Autos …
And they’re right, that is a lot of what Cuba, and Havana in particular, is about.  But there is more, so much more to the capital of this tropical jewel.  Home to over 2m people, we did stray into the suburbs, but we spent most of our time in the vibrant, colourful, humid cauldron that is Old Havana, home to 5% of the Habaneros, but to most of the atmosphere of the city. 

Another friendly motorist

Looking across the Entrada to the Castillo De Los Tres Reyes

Wir hatten den Besitzer unseres Casa Particulares im Voraus kontaktiert. Das Casa P ist eines von wenigen Zugeständnissen, die die noch kommunistische Regierung an den freien Markt macht, damit Privatpersonen Zimmer vermieten können, um wertvolle Touristenwährungen anzuziehen. Das erste Casa, das wir ausgewählt hatten, haben wir im Lonely Planet gefunden und insbesondere aufgrund seiner Lage ausgewählt. Es war eine sehr gute Wahl, aber davon später mehr. Da praktisch keine öffentlichen Verkehrsmittel von und zum Flughafen existieren, hatten wir mit unserem Casa vereinbart, dass sie ein Auto zum Flughafen schicken würden, um uns abzuholen. Noch bevor wir nach unserem Fahrer Ausschau halten konnten, hatten wir noch eine andere Aufgabe zu erledigen. Wir hatten von der Notwendigkeit gelesen, CUCs oder konvertierbare Pesos am Flughafen zu besorgen. Wir manövrierten uns durch eine Menschenmenge, um schließlich CUCs aus einem der Geldautomaten zu ziehen, die von einem älteren Kubaner in Uniform bewacht wurden. Dann fanden wir unseren Fahrer am vereinbarten Ort und begaben uns auf die nächtliche Fahrt in die Altstadt.

We had contacted the owner of our Casa Particulares in advance.  The Casa P is one of a handful of concessions the still-communist government makes to the free market, allowing private individuals to rent out rooms to attract precious tourist currency.  The first Casa we chose, we found in the Lonely Plant travelbook and based mainly on its location, was an inspired choice, but more of that later. Due tot he fact that there is as good as no public transport to and from the Airport, we had arranged for the Casa to send a car to the airport to pick us up.  But before we could find our driver, we had another job.  We’d read about the need to get CUCs, or convertible pesos, at the airport, and we nudged through a good-natured but random throng of people to withdraw CUCs from one of a handful of cash dispensers guarded by an already elderly man in uniform.  Then we found our driver, waiting where we were told he would be, for the night-time drive into the old town.

Old Havana

Die Fahrt verlief ereignislos, die Ampeln, und die obligatorischen sowie fotogenen „Almendrones“ (die alten amerikanischen Autos) tuckerten die breiten, schlecht beleuchteten Autobahnen entlang. Vierzig Minuten später erreichten wir unser Casa, das sich im dritten Stock eines alten Blocks in einer ruhigen Straße befand. Wir klingelten und der Schlüssel für die Haustür wurde von einem jungen Studenten, dem „Nachtmanager“, an einem Seil heruntergelassen. Wir trugen unsere Taschen einige schmale Treppen hinauf zu unserem Zimmer mit hohen Decken, wo eine Dusche wartete und endlich ein Bett.

The ride in was uneventful, the traffic light, and the obligatory and photogenic almendrons (the ancient American cars) burbled up the broad, poorly-lit highways.  Forty minutes later, we arrived at our Casa which was on the third floor of an old block on a quiet street.  We rang the bell and the front door key was lowered on a rope by a young student, the “night manager”.  We carried our bags up some narrow staircases to our high-ceilinged room, where a shower and early night beckoned.

Entrance to the Museo de la Cuidad

Wir waren am nächsten morgen früh auf, nach einer dieser Nächte, in denen wir mehrmals die kühle Gnade der Klimaanlage gegen die leisere, aber weniger effektive Kühlung eines riesigen Deckenventilators eintauschten. Das Frühstück war wunderbar; Obst, Brot, ein Joghurt-Smoothie, Eier und der stärkste Kaffee, den wir je getrunken hatten.
Und Wow. Als wir unser Casa verließen, beleuchtete die Morgensonne die Straßen sowohl in satten als auch verblassenden Farben. Wir begannen uns in der Altstadt von Havanna zu orientieren, buchstäblich und metaphorisch.

We were up early the next morning, after one of those nights where we traded off, several times, the cool mercy of the aircon for the quieter but less effective cooling of a huge ceiling fan.  Breakfast was wonderful; fruit, bread, a yoghurt-smoothie, eggs and the strongest coffee we had ever tasted.
And Wow.  As we left the Casa the morning sun lit up the streets in a blaze of both rich and fading colours.  We started to get our bearings, literally and metaphorically, in Old Havana.

From the entrance to La Catedral de la Virgen Maria

Love this guy's T-shirt

Es gibt sehr touristische Gebiete, relativ ruhige Gebiete, Gebiete mit Designerläden (nicht zu viele, um ehrlich zu sein) und Gebiete, die wie ein Kriegsgebiet aussehen, und diese sind alle nur wenige Meter voneinander entfernt. Es stellte sich bald heraus, dass praktisch die gesamte Wirtschaft von touristischen CUCs angetrieben wird.

"Woher kommst Du?" ist die Frage, die ich am meisten mit der Altstadt von Havanna in Verbindung bringe, eine Frage, die von kleinen Bengeln, gut gekleideten Jungs, traurigen Müttern und vernachlässigten Großeltern gestellt wurde. Gelegentlich war es aus Neugier, aber meistens war es jemand, der Zigarren, Musik, eine großartige Bar anzubieten hatte oder einfach nur in’s Gespräch kommen wollte.

There are really touristy areas, relatively quiet areas, areas with designer shops (not too many, to be fair) and areas that look like a war zone, and they are within a couple of metres of each other.  It soon became apparent that virtually the whole economy was driven by tourist CUCs.
“Where you from?” was the sound I most associated with Old Havana, a question posed by tiny urchins, well-dressed wide-boys, sad mothers and neglected grandparents.  Occasionally it was out of curiosity, but mostly it was someone offering cigars, music, a great bar, or just about to launch into a story.

Looking across the Entrada to the Castillo De Los Tres Reyes

Late night shop

Fish or chicken?

Die meisten Kubaner werden, wenn sie einen Job haben, in kubanischen Pesos (CUPs) bezahlt. Ein CUC (convertible Peso) entspricht 25 CUPs, die wiederum in etwa einen US-Dollar ausmachten (als wir vor Ort waren). Die Preise für Touristen, egal ob für eine Taxifahrt, Zimmer in einem (schönen) Casa, Essen oder Trinken, werden in CUCs berechnet und entsprechen in etwa dem, was man in einer durchschnittlichen amerikanischen Stadt bezahlen würde. Ein Taxifahrer beginnt die Verhandlung bei „10 CUC“, um einige hundert Meter zu fahren, und lässt sich schrittweise auf 5 oder 6 herunterhandeln. Man sollte im Kopf behalten, dass dies immer noch 125 bis 150 CUP sind.


Most Cubans, when they have a job, are paid in Cuban pesos (CUPs).  There are around 25 CUPs to the CUC, which roughly converts to a US dollar.  Prices for tourists, whether it be a taxi ride, room in a (nice) Casa, meal or drink, are charged in CUCs, and are roughly equivalent to what you’d pay in an average US city.  So a taxi driver starts the negotiation at “10 CUC” to go a few hundred meters, and will gradually work their way down to 5 or 6.  Bear in mind that this is still 125 to 150 CUP.  

Und jetzt stelle man sich vor, dass ein in Havanna ausgebildeter und praktizierender Arzt 40-60 CUP pro Monat verdient. Der Taxifahrer verdient also in fünf Minuten den Betrag, wofür sein Arzt ein paar Monate arbeitet, soweit dieser Arzt oder Chirurg ausschließlich sein staatliches Gehalt bezieht. Und da ist das Problem. Um in den meisten Teilen Kubas zu überleben, kann man nicht nur vom Staatslohn leben (und die meisten Menschen werden vom Staat bezahlt). Daher die Casas Particulares, die Taxifahrer, Souvenirverkäufer und alle anderen, die versuchen, an das sogenannte „Touristengold“ zu kommen.

And now figure that a doctor, trained and practicing in Havana, earns 40-60 CUP per month.  So your cabby clears in five minutes what it takes his surgeon a couple of months to earn, if that surgeon was only earning their government salary.  And there’s the rub.  To survive in most of Cuba, you cannot live off the state wage (and most people are paid by the state).  Hence the Casas Particulares, the taxi drivers, souvenir sellers and everyone else trying to get hold of the so-called „tourist gold“.

Couple of young men near El Capitolio

Life in Old Havana

Aber überraschenderweise fühlten wir uns im Gegensatz zu den meisten Ländern, in denen es eine große Kluft zwischen Arm und Reich gibt, sicher und nicht bedroht. Im Falle Kubas haben die Reichen Zugang zu CUCs und die Armen nicht. Während unseres Aufenthalts in Kuba wohnten wir in ein paar Casa Ps, die (Ex-) Ärzten gehörten, eine Casa P war im Besitz eines (Ex-) Zahnarztes und eine gehörte einem Mann, dessen Schwester Geld von Miami herübergeschickt hatte. Die Mittelklasse ist also die Mittelklasse, weil sie mit CUCs umgehen kann. Man sieht das wirklich nachts, wenn die Touristen-Restaurants und Bars hell, laut und von einem Regiment von „Begrüßern“ umgeben sind, die jeweils versuchen, eine CUC-Provision zu erhalten, indem sie Dich in „ihr“ Restaurant etc. leiten. Doch gleich die Straße hinunter geht die andere Wirtschaft weiter. Eine Warteschlange von Habaneros, oft mit Lebensmittelbüchern in der Hand, um alles zu kaufen, was sie können, in Geschäften, die alles verkaufen, was sie haben.

But surprisingly, unlike most countries where there is a huge gap between rich and poor, we felt safe and unthreatened.  In Cuba’s case, the rich have access to CUCs, and the poor don’t.  During our stay in Cuba we stayed in a couple of Casa Ps owned by (ex) doctors, one owned by an (ex) dentist, and one by a guy whose sister sent money over from Miami.  So, the middle class is the middle class because it can deal in CUCs.  You really see this at night, when the tourist restaurants and bars are bright, loud and surrounded by a regiment of greeters, each trying to get a CUCs commission by leading you into “their” place.  Yet just down the road, the other economy goes on.  Habaneros queue, often with ration books in hand, to buy whatever they can from shops that sell whatever they have.

 

Es ist also eine Stadt mit zwei Hälften. Jemand sagte uns, dass Touristengelder für die Wirtschaft insgesamt so wichtig sind, dass niemand den Tourismushandel gefährden würde, indem er einen Touristen „stört“. Uns wurde auch gesagt, abermals nicht bestätigt, dass es eine Form der lokalen Gerechtigkeit für jeden gibt, der überhaupt nur daran denken könnte, diesen Pakt zu brechen… Wahrheit oder nicht, wir haben uns in Alt-Havanna sehr wohl gefühlt.
Was kann ich sonst noch sagen? Wir hatten einige tolle Mahlzeiten. Wir hatten auch Mahlzeiten, die weniger gut waren, aber nichts Schlechtes. Wir vermieden die offensichtlichen Touristenfallen und nutzten unseren vertrauenswürdigen Lonely Planet als Reiseführer. Und wie immer hat es sich bewährt ihn dabei zu haben. Die Altstadt von Havanna ist ein großartiger Ort zum Fotografieren. Man befindet sich nie weiter als einen Katzensprung von einem charakteristischen Gebäude oder einem farbenfrohen Charakter entfernt.

So it’s a city of two halves.  Someone told us that tourist money is so crucial to the economy as a whole that no-one will jeopardise the tourist trade by interfering with a tourist.  We were also told, again unverifiably, that there is a form of local justice for anyone who might even think of breaking that pact… truth, or not, we felt very comfortable in Old Havana.
So what else can I tell you?  We had some amazing meals.  We also had meals which were less good, but nothing bad.  We avoided the obvious tourist traps, and used our trusted Lonely Planet as our guide.  And as ever it didn’t let us down.  Old Havana is a great place to photograph.  You’re never more than a stone’s throw from a characterful building, or a colourful character.

Living the dream!

Und die Familie, die „unser“ Casa besaß, hätte nicht hilfsbereiter sein können. Wir fragten sie um ihren Rat in Bezug auf Reisen durch den Rest des Landes und sie empfahlen, wohin und wie man dorthin kommt. Und das fühlte sich authentisch an, nicht nur nach einem gewinnbringenden Extra-Service. Sie waren stolz auf ihr Geschäft, ihre Stadt und ihr Land und arbeiteten hart daran, ihren Ruf aufrechtzuerhalten. Und obwohl sie großartig waren, waren sie auch eine zufällige Wahl. Haben wir „nur“ Glück gehabt oder war das normal?

And the family that owned “our” Casa could not have been more helpful.  We wanted advice on travelling through the rest of the country and they recommended where to go and how to get there.  And this felt genuine, not just a money making extra service.  They were proud of their business, their city and their country, and worked hard to maintain their reputation.  And although they were terrific, they were also a random choice.  Did we get lucky, or was this normal?

 

Shade

Painted walls, no roof

Wenn Ihr also in der Altstadt von Havanna seid, öffnet all eure Sinne. Verlasst die Hauptstraßen. Schlagt andere Wege ein, als diejenigen, die von den Tagesausflüglern der Kreuzfahrtschiffe ausgetreten werden, und die nicht weiter als 30 Meter von der Avenida entfernt sind, wo die massiven Passagierschiffe kurz andocken. Es war eine tolle Zeit, aber wir waren nie weit von der Erkenntnis entfernt, dass sich die Stadt trotz ihrer Ansichtskarten-Schönheit im Zerfall befindet. Es gibt renovierte Gebäude, aber diese sind immer noch in der Minderheit.

So when in Old Havana, keep all your sense engaged.  Get off the main streets.  Take the paths not trodden by the cruise-liner day-trippers who stampede through a corridor no more than 30m from the Avenida where their massive ships briefly dock.  It was a blast, but you were never very far from the realisation that, for all its picture-postcard beauty, the city is falling apart.  There are renovated buildings, but they are still in the minority.  

 

Two turkeys for sale

Local business

On many street corners

Die Altstadt von Havanna gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe, und ich hoffe, dass der dreifache Druck von Geldmangel, mangelnder Aufmerksamkeit und unvorhersehbaren karibischen Stürmen lange genug in Schach gehalten werden kann, um diese wunderschöne Gegend zu kitten. Und die Leute…. es gab Freude, und Spaß, und Gelächter, und laute Gespräche und Flirten von Apartmentblock-Balkon zu Apartmentblock-Balkon. Aber es gab auch eine allzu weit verbreitete Traurigkeit bei einigen der Menschen, die in den zerfallenden Gebäuden lebten, den Touristen, den aufdringlichen Verkäufern und den Trümmern. Traurigkeit bei einem Volk, das wusste, dass es in der Lotterie des Lebens einen kurzen Strohhalm gezogen hatte und vor einem Morgen stand, das fast genauso sein würde, wie all seine Gestern. Die Habaneros sind stolze Menschen. Wir wünschen ihnen viel Glück in ihrem karibischen Juwel.

 Old Havana is a UNESCO World Heritage Site, and I hope that the triple pressures of lack of money, lack of attention and unpredictable Caribbean storms can be kept at bay for long enough to patch up this beautiful area.  And the people…. there was joy, and fun, and laughter, and raucous conversations and flirting from apartment-block balcony to apartment-block balcony. But there was also a sadness as well, all too prevalent, in some of the people who lived among the crumbling buildings, the tourists, the hustlers and the rubble.  Sadness in a people who knew that they’d drawn a short straw in life’s lottery, and faced a tomorrow pretty much the same as all their yesterdays.  The Habaneros are proud people. We wish them happiness in their Caribbean jewel.